Dunkelfeld

[Dunkelfeld, das. 
In der Kriminologie bezeichnet das Dunkelfeld die Differenz zwischen den amtlich registrierten Straftaten – dem Hellfeld – und der vermutlich begangenen Kriminalität. Die Dunkelziffer quantifiziert die Größe des Dunkelfelds.]

Wir tauchen in der Statistik der o.g. registrierten Straftaten nicht auf, offiziell gibt es uns nicht, wir werden - wie von den meisten sogar erwünscht - selten gesehen. Wir sind viele, sehr verschieden und werden unser Leben im Dunkelfeld verbringen. Für manche von uns hat die nicht registrierte Straftat keinen fassbaren Wert, ist es nicht wert registriert zu sein, wir sind es nicht wert. Ihr begegnet uns jeden Tag, beim Bäcker, im Bus, auf der Arbeit, ja vielleicht sogar in der eigenen Wohnung. 

Ihr geht an uns ahnungslos vorbei, auch weil wir nicht wollen dass man uns erkennt. 


So arglos begegnet ihr auch denen, die uns initiiert haben, hineingestoßen in unseren Geheimbund, unsere verschwiegene Welt. Auch sie gehen jeden Tag an euch vorbei, leben mitten unter euch. Genauso unerkannt und verschwiegen, Grenzgänger auf der anderen Seite des Dunkelfelds. Viele von ihnen in der Gesellschaft auf einem anerkannten hellen Platz. 


Uns aber wollen die meisten vergessen, was nicht sein darf, kann nicht sein. Nach einem polarisierenden "Hängt alle Kinderschänder, denkt doch mal an die Opfer" dreht ihr euch um und trampelt auf vielen von uns herum. Weil wir anders sind, sonderbar, unerkannt. Mit unseren Tätern hebt ihr auf dem Schützenfest danach erst einmal ein Bier. 

Weil viele von ihnen wie ihr sind: unerkannt.